Posts filed under 'Adbusting'
Referat: Adbusting
Im Seminar „Parasitäre Strategien“ der Fachhochschule habe ich ein Referat zum Thema Adbusting gehalten.
Hier geht´s zum PDF.
Meine Informationsquellen:
0100101110101101.org/
sum1.onreact.com
www.banksy.co.uk
www.republicart.net
Mark Dery, Culture Jamming: Hacking, Slashing and Sniping in the Empire of Signs, 1993
Christian Hartard, Krieg der Zeichen, Culture Jamming als ästhetische Taktik des Widerspruchs
Guy-Ernest Debord, Gil J. Wolman, Methods of Détournement, Les Lévres nues,
Strategien der (Un)Sichtbaren Zahlreichen, Jean Paul Martinon, 2005
Beispiele:
via
zum Film (1 Std. 22 Min)
http://video.google.com/videoplay?docid=-5433754769822969476&q=yes+men
1 comment Dezember 13, 2006
Banksy vs. Paris // Banksy feat. Paris
Okay, okay – die Aktion mag mancheiner bereits kennen. Ich als Neueinsteigerin in diesen unermesslichen Themensektor habe eben erst Wind davon bekommen.
Der britische Künstler Banksy, bekannt durch seine Pouchoirs, die man mittlerweile in Städten weltweit finden kann, widmete sich dem Album von Paris Hilton, indem er bei über 500 Stück Cover und CD´s austauschte. Das modifizierte Booklet enthält Slogans wie „Every CD you buY puts me eVen further out Of youR league“ und eigens kreierte Songs wie z.B. „Why Am I Famous“.
Keines der „subvertisten“ Exemplare ist zurückgegeben worden, werden sogar auf Ebay hoch gehandelt. Bilder des Artwork gibt´s hier, das Making Off hier.
Banksy´s Aktion trifft jedoch nicht durchweg auf positive Resonanz. Wer die „Neuauflage“ einer kleinen Analyse unterzieht, kann sicher zustimmen: Das Produkt „wurde zum Unikat gemacht a la Pop Art und aus der Massenproduktion entzogen.“ Das Ergebnis entspricht also nicht dem ursprünglichen Sinn des Subvertising, sondern einem noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehenden Guerilla-Marketing.
10 comments Oktober 27, 2006
Adbusters

Kalle Lasn
ist Gründer der Media Foundation und des Adbuster Magazine. Er organisiert weltweite Aktionen wie den Buy Nothing Day oder die TV-Turnoff-Week, und ist Mitbegründer des Culture Jamming.
Er lebt in Vancouver, Kanada, wo er und seine Mitstreiter in einem verwinkelten Häuschen an neuen Werbespots basteln. Diese laufen manchmal abends auf dem Nachrichtensender CNN, sehen genauso aus wie alle anderen – tragen allerdings eine andere Botschaft.
Die Adbusters Media Foundation hat eine Mission: den Konsumwahn zu bekämpfen.
Das hauseigene Magazin Adbusters – eine aufwändig produzierte Mischung aus Kunstmagazin und kulturkritischem Journal – erreichte unlängst eine Auflage von weltweit 100 000 Stück. Aktivistenorganisationen wie Greenpeace oder die Präsidentschaftskampagne der US-Grünen lassen bei Adbusters Werbespots und anderes Bildermaterial produzieren.
Kalle Lasn selbst nahm vor Jahren selbst noch verdienend Anteil an der Werbebranche. Später reiste in die Welt, vorallem in die Dritte, drehte Dokumentarfilme und kam mit einem „heiligen Zorn“ auf das „konsumabhängige“ Amerika zurück. Seither versteht er sich als Aktivist.
Er wird als Enfant terrible der Werbung zu Talkshows und sogar zu Branchentagungen eingeladen. Er sagt, er müsse „höllisch aufpassen, dass die ganze Sache nicht zu einem Witz gemacht wird“. Er selbst findet es gar nicht witzig. „Wir verstehen uns als die Vorhut der bedeutendsten sozialen Bewegung der nächsten 20 Jahre“, schreibt er in der Einführung seines neuesten Buches (April 2005) Culture Jam.
Add comment Oktober 24, 2006
Ingold Airlines
In der Kunst haben Praktiken wie Irritation, Verfremdung, Übertreibung gewisse Tradition – vor allem versteht man es dort besser als sonstwo, die ästhetischen Techniken zu durchschauen, nach denen Unternehmen ihre Corporate Identity und ihr Image aufbauen. Durch Kopieren, Parodieren, der subversiven Nutzung und Übersteigerung kann es der Kunst gelingen, ein kritisches Potential gegen Werbeästhetik oder das Styling von Unternehmen zu entfalten, um auf ihre Verfahren überhaupt erst aufmerksam zu machen.
Tatsächlich ist zu beobachten, dass zahlreiche Künstler sich mit der Bild- und Zeichen- welt von Unternehmen auseinandersetzen – nicht nur offen kritisch, sondern z. B. auch ‘nachschöpfend’, um so ihrerseits den Raum zu nutzen, den eine Corporate Identity an Atmosphäre, Identifikationsmöglichkeiten, Ausprägung eines eigenen Stils etc. öffnet.
Ein komplexes Beispiel hierfür: Ingold Airlines
Schon seit 1982 arbeitet Res Ingold an seiner virtuellen Fluggesellschaft. Er erkannte den Trend zu immer aufwendiger gestalteten Firmenimages demnach sehr früh indem er eine vollständige CI für sein Unternehmen entwickelte.
Ingold Airlines sind öffentlich zugegen mit Geschäftsberichten, mit Werbeaufdrucken, sogar mit eigenen Messeständen bei Touristikmessen und seit 1996, als das Unternehmen zu einer Aktiengesellschaft mutierte, auch mit jährlichen Aktionärsversammlungen. Auf der Homepage wirkt der gesamte Auftritt der Airline so glaubwürdig, daß kaum der Verdacht aufkommt, es könne sich nur um ein fiktives Unternehmen handeln.
Somit erscheint Res Ingold nicht als Kritiker der CI-Strategien, vielmehr tritt er eher den Beweis an, daß tatsächlich allein via Marketing ein Unternehmensimage aufzubauen ist.
(aus: Aspekte der Kunst nach 1945 / 11.7.2001 / www.ideenfreiheit.de)
4 comments Oktober 15, 2006

