Posts filed under 'Activism'

Attac unterstützt Aktionsbündnis gegen Studiengebühren

Seit dem 19.11. geht Attac gemeinsam mit dem überwiegend studentischen Aktionsbündnis gegen Studiengebühren vor. Attac will sich nun vermehrt bildungspolitischen Fragen annehmen und sich um ein gebührenfreies Bildungssystem bemühen: kein Schulgeld, keine Studiengebühren, keine Studienkonten.
Ich persönlich finde Studiengebühren sinnvoll, wenn mein Geld in meine Bildung investiert wird. Aber kann ich davon ausgehen?

Add comment November 21, 2006

Kaufpause

BND trolley

Während mir der Ikea-Weihnachts-Katalog ins Haus flattert, rufen Adbusters auf zum alljährlichen Buy Nothing Day am 24. und 25. 11. mit dem Slogan Participate by Not Participating. Zur Teilnahme anregen sollen wie immer Anti-Konsum-Videos und Aktionen anderer Mitbürger.

Den BND erweiternd, schlagen Adbusters vor, konsequenterweise ein Buy Nothing Christmas zu feiern. Könnte eine clevere Ausrede sein, wenn man am 24. keine Geschenke hat. Oder wirklich die Rückbesinnung auf die ursprüngliche Bedeutung des Weihnachtsfestes.

Die frohe Botschaft: alternativ ist es wohl schenkend möglich nicht (zu sehr) dem Konsum zu frönen – Geschenke kann man nämlich basteln, backen, malen, sich-anhören, ver-gutscheinen für gemeinsame romantische Stunden oder fürs gemeinschaftliche Entrümpeln… Kost´ vielleicht mehr Zeit beim Erfinden, kost´ aber weniger Geld und zeigt dem Beschenkten ehrliches Bemühen und woraufs ankommt: Herz, Verstand und (Nächsten)Liebe, nicht den Geldbeutel.

(Warum hab ich eigentlich nicht den Job als Weihnachtsengel bekommen?)

4 comments November 21, 2006

a greener Apple

Worüber ich mir schändlicherweise noch nie Gedanken gemacht habe: Ein kaputter iPod, ein funktionsuntüchtiges Powerbook landen auf einem Schrotthaufen in China und gefährden die Gesundheit von arbeitenden Kindern, die die sterblichen Überreste der westlichen Konsumkultur auseinanderpflücken um Einzelteile wieder zu verkaufen.

gift im apple

Mit der Kampagne Green my Apple klärt Greenpeace darüber auf, dass Appleprodukte Giftstoffe enthalten. Selbst ein gutes Recycling ist keine Lösung, da gerade bei diesem Prozess Chemikalien freigesetzt werden. Auf den Schrottplätzen der Entwicklungsländer nehmen meist Kinder die toxischen Materialien auseinander, welche sie selbst und die Umwelt nachhaltig schädigen. Greenpeace schlägt dem Multikonzern vor, mit gutem Beispiel voranzugehen und den Anteil giftiger Stoffe zu reduzieren, wie es Hersteller wie Dell und HP wohl versprochen haben (…).

Selbst aktiv werden darf der aufhorchende Appleuser mit schlechtem Gewissen, indem er eine Mail an Steve schreibt, der Aktion zu mehr Aufmerksamkeit verhilft oder sogar ein T-Shirt oder eine Anti-Werbung entwirft.

Apple zeigt sich derweil übrigens uneinsichtig. Wirklich schade.

greener apple tee

Add comment November 13, 2006

Students of America! Unite!

logo studentsagainstsweatshops

Studenten amerikanischer High Schools formieren sich zur Organisation United Students Against Sweatshops. Ihre Kampagnen richten sich generell gegen die Ausbeutung von Arbeitskräfte und das Verbot Arbeitergewerkschaften zu bilden. Sie setzen sich dafür ein, dass Schuluniformen nicht in Sweatshops produziert werden, Coca-Cola aus den Kantinen verschwindet, Kampus-Arbeitern mehr Rechte zugesprochen werden, Bildungstätten ihre Verbindungen mit Unternehmen wie Taco Bell aufgeben, die bekannt sind für die Ausbeutung der Bauern, von denen sie ihre Produkte beziehen.

Amiland ist ziemlich groß. Wäre toll, wenn alle High Schools an einem Strang ziehen würden, um den Multikonzernen an die Gurgel zu gehen.

Diese Form von Protest gegen Sweatshops ist natürlich, verglichen mit anderen aktivistischen Projekten, eher eine nette Aufklärung als ein krachender Aufruhr – aber löblich und (ich hoffe doch) ehrlich bemüht und darum unterstützungswürdig. Support!

Add comment November 9, 2006

Watch out

Wir leben in einer Gesellschaft, in der die verdachtsunabhängigen Überwachungsmechanismen zunehmen: Frau Merkel argumentiert (entgegen der Fakten), die Kofferbomber seien nur gefasst worden, weil es vor Ort Videoüberwachung gegeben habe.

England ist bereits das am stärksten videoüberwachte Land.

Seit mehreren Jahren findet eine Gegenbewegung statt. Eine wichtige Person diesbezüglich ist der Cyborg-Spezialist Steve Mann, der vorschlägt, die Videoüberwachung des öffentlichen Raumes „von oben“ mit Technologie, welche hauptsächlich der sozialen Elite zu Verfügung steht, mit einer Bewachung „von unten“ durch die Bevölkerung zu konterkarieren. Eine Vorgehensweise, die er „Sousveillance“ nennt.

Nicht nur die Behörden oder etwa Banken müssten ihre Kunden kennen, sondern diese auch ihre Sachbearbeiter und Banker. (heise, 2003)

Einen ausführlichen Artikel (auf englisch) zum Thema gibt es bei Wikipedia.
Im heise-Bericht kommen sowohl Fürsprecher als auch Kritiker der Sousveillance zu Wort.

Die Unterwachung behebe den größten Fehler des Panoptikums, nämlich dass die Überwachten „nicht zurückschauen konnten“. (Autor David Brin)

Aber auch:

Wenn jegliche Konversation aufgezeichnet würde, müsse man sich ständig über die spätere Interpretation des Gesagten Gedanken machen. Auch die Unterwachung könne schnell wieder in die klassische Überwachung umschlagen. (Latanya Sweeney vom Datenschutz-Labor der Carnegie Mellon University)

via E-Mail von Klaus Gasteier. Danke.

Add comment November 2, 2006

Adbusters

header adbusters.org
Kalle Lasn
ist Gründer der Media Foundation und des Adbuster Magazine. Er organisiert weltweite Aktionen wie den Buy Nothing Day oder die TV-Turnoff-Week, und ist Mitbegründer des Culture Jamming.

Er lebt in Vancouver, Kanada, wo er und seine Mitstreiter in einem verwinkelten Häuschen an neuen Werbespots basteln. Diese laufen manchmal abends auf dem Nachrichtensender CNN, sehen genauso aus wie alle anderen – tragen allerdings eine andere Botschaft.

Die Adbusters Media Foundation hat eine Mission: den Konsumwahn zu bekämpfen.

Das hauseigene Magazin Adbusters – eine aufwändig produzierte Mischung aus Kunstmagazin und kulturkritischem Journal – erreichte unlängst eine Auflage von weltweit 100 000 Stück. Aktivistenorganisationen wie Greenpeace oder die Präsidentschaftskampagne der US-Grünen lassen bei Adbusters Werbespots und anderes Bildermaterial produzieren.

Kalle Lasn selbst nahm vor Jahren selbst noch verdienend Anteil an der Werbebranche. Später reiste in die Welt, vorallem in die Dritte, drehte Dokumentarfilme und kam mit einem „heiligen Zorn“ auf das „konsumabhängige“ Amerika zurück. Seither versteht er sich als Aktivist.

Er wird als Enfant terrible der Werbung zu Talkshows und sogar zu Branchentagungen eingeladen. Er sagt, er müsse „höllisch aufpassen, dass die ganze Sache nicht zu einem Witz gemacht wird“. Er selbst findet es gar nicht witzig. „Wir verstehen uns als die Vorhut der bedeutendsten sozialen Bewegung der nächsten 20 Jahre“, schreibt er in der Einführung seines neuesten Buches (April 2005) Culture Jam.

Add comment Oktober 24, 2006

Attac -“Menschen haben soziale Rechte – hier und weltweit“

attac demo

Seit den Protesten in Genua für eine soziale und ökologische Globalisierung ist die globalisierungskritische Bewegung in aller Munde.
Mit 90.000 Mitgliedern in 50 Ländern versteht sich Attac als Teil dieser globalen Bewegung.
Auch in Deutschland bildet Attac ein breites gesellschaftliches Bündnis , das von ver.di und der GEW über den BUND und Pax Christi bis zu kapitalismuskritischen Gruppen reicht.
Immer mehr Menschen unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Herkunft werden in den mittlerweile über 250 Attac-Gruppen vor Ort aktiv.

Einige Themen, die bei Attac diskutiert werden und zu denen interessante Texte bereistehen sind: Globalisierung, Welthandel, internationale Finanzmärkte, soziele Sicherung, ein soziales, friedensfähiges und demokratisches Europa, Globalisierung und Ökologie, geistige Monopolrechte, Privatisierung, Steuern, Feminismus, Kultur, Rechtsextremismus.

2 comments Oktober 18, 2006

„Reinventing the „f“ word: feminism“

guerrilla girls

„We were Guerrillas before we were Gorillas.“

Die Guerrilla Girls ist eine seit 1985 vollkommen anonym operierende New Yorker Künstlerinnengruppe, deren Markenzeichen Gorillamasken sind. Die Mitglieder verwenden als Pseudonyme die Namen toter Kuenstlerinnen, wie z.B. Frida Kahlo, Eva Hesse, Paula Modersohn-Becker, Käthe Kollwitz, Gertrude Stein, Georgia O’Keeffe – wie groß die Gruppe ist und wer dazugehört, ist nicht bekannt. Mit ihren Plakat- und Postkartenaktionen und öffentlichen Auftritten wollen die Guerrilla Girls auf den Ausschluss von Frauen und Nichtweißen aus dem Kunstbetrieb aufmerksam machen.

„The art world is a lot more macho than the post office.“

„History isn’t a fixed, static thing. It always needs adjustments and revisions. The tendency to reduce the art of an era to a few “geniuses” and their masterpieces is myopic. It has been a huge mistake. There are many, many significant artists. We’re not going to forget Rembrandt and Michelangelo. We just want to move them over to make room for the rest of us!“

Have a closer look at www.guerrillagirls.com

advantages of being a female artist

1 comment Oktober 18, 2006

The YesMen

Wer sie kennt bedarf keiner Erklärung, freut sich vielleicht darauf, neue Aktionen auf Video dokumentiert anzusehen und weiß, dass sie hier auf keinen Fall fehlen dürfen.

Den noch „Unwissenden“ sei (mit freundlicher Unterstützung von wikipedia) erläutert:

The YesMen sind eine Netzkunst- und Aktivistengruppe, die Kommunikationsguerilla betreibt und mit einer Fälschung der Webseite der WTO bekannt wurde. Mitglieder der Gruppe geben sich als Repräsentanten internationaler Konzerne oder Institutionen aus und karikieren mit übertriebenen Forderungen auf Konferenzen deren Ziele (Überidentifikation). Sie selbst bezeichnen dies als „Identitäts-Korrektur“ („identity correction„).

Die zwei führenden Mitglieder der Gruppe sind unter einer Reihe von Pseudonymen bekannt, zuletzt Andy Bichlbaum und Mike Bonano. Ihre bürgerlichen Namen lauten Jacques Servin und Igor Vamos. Servin ist ein Science Fiction Autor, Vamos arbeitet als Assistenzprofessor am Renslaaer Polytechnic Institute, New York.

Bei ihrer ersten Aktion, in den 1990ern, tauschten sie die Elektronik von Barbie- und GI Joe-Sprach-Puppen aus und stellten sie zurück in die Geschäfte. Sie veröffentlichten dann eine Erklärung im Namen der „Barbie-Befreiungs-Organisation“. … [weiter]

In einer ihrer letzten Aktionen 2005 stellten Sie als vermeintliche Dow-Repräsentanten einen Acceptable Risk Calculator vor, ein Computerprogramm, das angeblich vom Dow-Konzern entwickelt worden sei, um Standorte für Unternehmen zu finden, an denen die Bevölkerung ein hohes Unfall-Risiko zu tragen bereit ist, wofür sie von 70 Bankern Applaus ernteten, die sie zu ihrer Konferenz eingeladen hatten. Die Banker posierten hinterher sogar noch für Fotos mit dem (angeblichen) Dow-Maskottchen Gilda, the Golden Skeleton.

The Yesmen with Gilda

1 comment Oktober 13, 2006


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